Zwischen Arnika und Thymian

Von Mai bis Juli findet sich auf dieser Bergwiese ein blühendes Paradies. Seht Euch gut um, so viele verschiedene Pflanzen auf einem Fleck werdet Ihr selten woanders finden. Früher wurde die Bergwiese von den hiesigen Bauern gemäht, daher auch ihr Artenreichtum. Ein Glück, dass sie bis jetzt nicht verwaldet ist, denn Zirben und Lärchen siedeln sich gern auf „verwaisten“ Mähwiesen an…

Wie war es früher? Anders als heute pflanzten die Bauern auf den Flächen rund um ihre Höfe Getreide oder Erdäpfel an. Daher nutzte man die Bergwiesen, um Raufutter für den eigenen Viehbestand zu haben. Wenn gemäht wurde, mussten die Bauern das Heu mit ihren Buckelkraxn – riesigen Körben, die sie auf ihren Rücken trugen – talwärts schaffen. Eine mühsame Angelegenheit! Oder sie „tristeten das Heu auf“ und brachten es erst im Winter mit dem Schlitten heim. Auch wenn heute kaum jemand mehr mit einer Buckelkraxn über die Mähwiesen streift, diese Grünflächen spielen noch immer eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft.

Die herrlichen Kräuter, die auf der Bergwiese zuhauf gedeihen, waren und sind die Hausapotheke der alpinen Landwirtschaft. Sie halten den Viehbestand gesund; außerdem haben diese Pflanzen direkten Einfluss auf das Aroma der Milchprodukte und auf die Fleischqualität. Ihr werdet den Unterschied schmecken!

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