Windebensee Plaketten

Alpen-Anemone

Pulsatilla alpina

Blütezeit: Mai – Juli

Die Alpen-Anemone zählt zur Familie der Hahnenfußgewächse, liebt kalkhaltige Böden und gedeiht bis in Höhen von gut 2500m. Die weißen Kelchblätter sind häufig von bläulichen Längsadern durchzogen. Die Pflanze, die auch Alpen-Küchenschelle genannt wird, erreicht eine Wuchshöhe bis knapp 30 cm. An der Spitze des Stiels wächst eine breitblättrige weiße Blüte. Man findet sie auf Bergwiesen und steinigen Rasenböden. Die Pflanze ist im Alpenraum weit verbreitet.

Eng verwandt mit der Alpenanemone ist die Schwefelanemone, die aber als kalkmeidend gilt.

Wissenswertes: Wegen der Haarschweife, die den Samen als Flugorgan dienen, wird die Art auch „Teufelsbart“ genannt.

Alpen-Ampfer

Rumex alpinus

Blütezeit: Juni – August

Der Alpen-Ampfer ist eine ausgesprochen stickstoffliebende Pflanze und gilt als Düngeranzeiger. Im Gebirge ist die Pflanze häufig rund um Almhütten und in der Nähe von Viehtränken zu finden. Die durch das Vieh verursachte hohe Stickstoffzufuhr der Mist- und Lägerflora verträgt diese Pflanze besonders gut. Er kann nach Ende der Almwirtschaft Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte weiterbestehen, wenn von der ursprünglichen Almhütte kaum noch sichtbare Überreste existieren.

Aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäure wird der Alpen-Ampfer vom Vieh nicht gerne gefressen. Die Pflanze verdorrt auch nicht so rasch wie andere Pflanzen, so dass sie bei der Heumahd störend ist. Die Samen können bis zu 13 Jahre keimfähig bleiben. Er gilt daher als lästiges und schwer auszurottendes Weideunkraut.

Wissenswertes: Früher wurde die Blätter des Alpen-Ampfers gekocht und wie Sauerkraut eingemacht. So lieferten sie ein wertvolles und eiweißreiches Schweinefutter. In der Volksmedizin wurde der Wurzelstock, ähnlich wie Rhabarber, als Abführmittel genutzt. Daher wird der Alpenampfer auch als Bergrhabarber aber wegen seines Standortes auch als Sauplotsch`n bezeichnet.

Alpen-Brandlattich

Homogyne alpina

Der Alpen-Brandlattich – auch Grüner Alpenlattich genannt – ist eine ausdauernde Pflanze, die eine Wuchshöhe von 10 bis 40 cm erreicht. Der Stängel ist aufrecht, einköpfig und häufig rotbraun. Er ist silbrig-wollig behaart und weist meist zwei kleine Schuppenblätter auf. Die Blätter sind lang gestielt, lederig – derb und glänzend dunkelgrün. Die Köpfchen haben einen Durchmesser bis 25 mm. Die Blüten sind rötlich und länger als die Blütenhülle. Die Zipfel weisen eine purpurne Farbe auf. Blütezeit ist von Mai bis August. Der Alpen-Brandlattich kommt in Höhenlagen von 500 bis 3000 m vor. Diese Art wächst auf feuchten, moosigen Böden in Nadelwäldern, Gebüschen und Zwergstrauchheiden. Sie ist verbreitet zu finden.

Ein naher Verwandter ist der kalkliebende Zweifarbige Alpenlattich, der sich durch die zweifarbigen Blätter unterscheidet (Oberseite dunkelgrün, Unterseite grau bis weiß). Selbst wenn die beiden einander so ähnlichen Arten gelegentlich nebeneinander wachsen, kommt es nur ganz selten zu einer Bastardierung.

Wussten Sie, dass, die unscheinbare Pflanze von der modernen Alpwirtschaft als Unkraut betrachtet wird, weil ihre kleinen ledrigen Blätter nur geringen Ertrag und wenig Futterwert besitzen? Früher glaubte man jedoch, dass sie ein Stimulans beinhalten, das die Milchleistung steigere und die Milchqualität erhöhe, worauf der Volksname „Rahmplätschen“ noch hindeutet.

Arnika

Arnica montana

Die Arnika, unter anderem auch Bergwohlverleih oder Kraftrose genannt, ist eine aromatisch duftende, mehrjährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 60 cm erreichen kann. Die Grundblätter sind in Rosetten angeordnet.

Die meist einzeln stehenden, orangegelben Blütenstände, bekommen einen Durchmesser von etwa 4,5 bis 6 cm. Blütezeit ist von Mai bis August. Arnika bevorzugt saure und magere Wiesen und ist kalkmeidend. Man findet sie auch in lichten Wäldern. Sie ist von den Tallagen bis 2800 m anzutreffen. Als Tinktur wurden neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt.

Wussten Sie, dass die Arnika zu den alten Zauberpflanzen zählt? Darauf deuten einige volkstümliche Namen hin, z. B. Donnerwurz, Wolfsbanner, Johannisblume. So galten die am Johannistag (24. Juni) – dem Tag der Sonnenwende – gesammelten Blüten als besonders heilkräftig.

Aufgeblasenes Leimkraut

Silene vulgaris

Blütezeit: Mai – September

Das Aufgeblasene Leimkraut; auch Gewöhnliches Leimkraut, Taubenkropf-Leimkraut oder Knirrkohl genannt, gehört zur Familie der Nelkengewächse. Obwohl diese Wiesenpflanze zu den Leimkräutern zählt, ist sie nicht klebrig. Das Aufgeblasene Leimkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreichen kann. Die Wurzeln können bis in eine Tiefe von 1 m eindringen. Jede Pflanze besitzt einige wenige oder nur einen einzelnen aufrechten Stängel der in einem gabeligen Blütenstand mit mehreren aufrechten bis leicht nickenden Blüten endet. Auffälligerweise blicken alle Blüten eines Wuchsortes meist in eine Richtung.

Obwohl die Blüten den ganzen Tag geöffnet sind, verströmen sie nur in den Nachtstunden einen kleeartigen Duft, um die Insekten anzulocken. An den Nektar, tief in ihrem Kelch, kommen nur langrüsselige Bienen und Nachtfalter. Hummeln umgehen diese Hürde, indem sie ein Loch in den Kelch beißen, um an den Nektar zu gelangen, dabei wird die Blüte aber nicht befruchtet. Außer durch den Samen kann sich die Pflanze auch durch Verzweigung ihrer Wurzeln und durch Ableger vermehren. Die weitere Verbreitung der Art wird durch Selbst- und Windausbreitung bewirkt.

Wissenswertes: Gelegentlich schließt die Art mit ihren 1 m tief greifenden Wurzeln als Rohbodenbesiedlerin Neuland auch für andere Blütenpflanzen auf, die wie sie als Pioniere wirken.

Augentrost

Euphrasia

Blütezeit: Mai – Oktober

Die einjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 25 cm. Die Blüten sind weiß, häufig violett geadert und haben auf den unteren Blütenblättern einen gelben Fleck. Die Blätter sind knapp einen Zentimeter lang, kreuzweise gegenständig, ungestielt, eiförmig-länglich und gekerbt gezähnt. Wie der gesamte Blütenstand sind sie dicht drüsenhaarig.

Augentrost findet man auf trockenen Wiesen, Weiden und Heiden, an Wegrändern und ganz besonders häufig an trockenen Abhängen und in lichten Wäldern in bergiger Gegend bis in Höhen von 2.000 Metern.

Wissenswertes: Als Halbschmarotzer zapft der Augentrost mit seinen Saugwurzeln die Wasserleitungsbahnen in den Wurzeln benachbarter Gräser an. Nur in deren Nachbarschaft sind die Samen dieser Art keimfähig. Früher nutzte man die entzündungshemende Wirkung von Inhaltsstoffen dieses Augentrostes bei Augenerkrankungen. Daher auch der Name.

Bärtige Glockenblume

Campanula barbata

Die Bärtige Glockenblume – auch als Kuhglocke, Himmelsglöckle oder Muttergottesglöckle bekannt – erreicht eine Wuchshöhe zwischen 10 bis 40 cm. Ihren Namen verdankt sie den auffällig langen Haaren an den Blüten. Die Grundblätter sind in einer Rosette angeordnet. Die himmelblauen, aber auch weißen oder violetten Blüten stehen zu zweit bis zu zwölft am Stängel. Die Krone wird etwa 15 bis 30 mm lang. Blütezeit ist von Juni bis August

Die Pflanze bevorzugt Weiden, Matten und lichte Wälder. Als Substrat benötigt die kalkfeindliche Pflanze ein Humuspolster. Die Bärtige Glockenblume ist in einer Höhe ab 1000 m anzutreffen.

Bestäuber sind vor allen Hummeln, selten Tagfalter, Fliegen oder Käfer. Die Blüte dient als Herberge für kleine Insekten, die Differenz zur Außentemperatur kann einige Grade betragen.

Wussten Sie, dass die nicht selten vorkommende, rein weißblütige Mutante in Kärnten „Mähderkraut“ heißt und auf dem Hut der Mähder als Zeichen besonderer Tüchtigkeit gilt?

Berg-Nelkenwurz

Geum montanum

Blütezeit: Mai – Juli

Die mehrjährige krautige Pflanze ist zur Blütezeit etwa 5-10 cm hoch, zur Fruchtzeit erreicht sie eine Höhe bis 30 cm. Im Gegensatz zur Kriechenden Nelkenwurz besitzt sie keine Ausläufer. Die Berg-Nelkenwurz hat eine kräftige Pfahlwurzel. Die gestielten Grundblätter sind gefiedert mit einem großen, kerbig gezähnten Endblättchen. Der blühende Stängel entspringt aus den Achseln der Grundblätter. Er ist dicht behaart. Die Stängelblätter sind klein, ungeteilt oder dreispaltig. Ein Stängel trägt meist eine (selten zwei) 2-3 cm breite, gelbe Blüten. Die Blüten werden vornehmlich von Fliegen besucht.

In den Nockbergen tritt sie in der subalpinen bis alpinen Höhenstufe häufig bis zerstreut auf. Bevorzugter Standort sind Weiderasen, Zwergstrauchheiden und Hochstaudenflure.

Wissenswertes: Der Wurzelstock enthält Eugenol (Nelkenöl) und Gerbstoffe. Sie wurde früher als Gewürznelkenersatz wie Echte Nelkenwurz genutzt. Auch die Blätter enthalten Gerbstoffe, die früher gegen Ruhr verwendet wurden – daher auch der Volksname Ruhrwurz. Nach den haarigen Fruchtschöpfen heißt sie auch Petersbart.

Besenheide

Calluna vulgaris

Blütezeit: August – September

Der verholzende und immergrüne Zwergstrauch wächst relativ langsam und kann etwa 40 Jahre alt werden. Bei ungestörter Entwicklung kann er eine Höhe von 1 m erreichen. Die Besenheide unterscheidet sich von den verwandten und teilweise recht ähnlichen Erica-Arten durch schuppenförmig an den Ästchen anliegende und nach oben eingerollte, gegenständige Blätter, die nur wenige Millimeter lang sind. Spaltöffnungen befinden sich nur an der Blattunterseite und sind von Haaren geschützt. Diese ledrigen Rollblättchen werden als Anpassungsleistung an stickstoffarme Böden gedeutet.

Die Besenheide blüht vom Spätsommer bis Herbst weiß und rosa.

Die Besenheide gilt als Säurezeiger. Sie kommt natürlich auf sonnigen bis lichten Standorten, vornehmlich auf kalkfreien Böden vor. Sie wächst bevorzugt auf trockenen, aber auch auf wechselfeuchten Böden, beispielsweise in entsprechenden Bereichen von Mooren. Lebensraum sind Heiden, Moore, Dünen, lichte Wälder. Die Vorkommen erstrecken sich vom Flachland bis in Höhenlagen von 2700 m.

Wissenswertes: Die lichtliebende und anspruchslose Besenheide dürfte in den ursprünglichen bodensauren Wäldern im wahrsten Sinne ein Schattendasein geführt haben. Mit der mittelalterlichen Waldverwüstung aber begann ihre hohe Zeit. Durch Rohhumusbildung trägt sie selbst zur Bodenverschlechterung bei. Dennoch spielte sie in der Heidewirtschaft früherer Jahrhunderte eine zentrale Rolle: als Nektarspender für die Honigbienen, als Material zur Hausabdeckung und für die Besen – daher auch der Name!

Blaue Lupine

Lupinus angustifolius

Blütezeit: Mai – August

Die Blaue oder Schmalblättrige Lupine ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 40 bis 80 Zentimeter erreicht. Der behaarte Stängel ist rund, aufrecht und von hellgrüner Farbe. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, beidseitig behaart und fünf- bis siebenfach handförmig eingeschnitten. Die einzelnen Abschnitte sind länglich verkehrt-eiförmig oder lanzettlich. Als Blütenstände werden endständige Trauben gebildet. Die, blauen Schmetterlingsblüten stehen auf kurzen Stielen. Die Spitze des Schiffchens ist oft purpur-violett.

Das natürliche Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum. In Afrika kommt sie natürlich in Algerien, Ägypten und Marokko vor, in Asien in Israel, dem Libanon, in Syrien und in der Türkei, in Europa auf Zypern, in Bulgarien, den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, Griechenland mit Kreta, Italien mit Sardinien und Sizilien, in Frankreich mit Korsika, Portugal und Spanien. Sie wurde als Zierpflanze in Mitteleuropa eingebürgert, schon bevor am Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Anbau begonnen wurde. Sie gedeiht auf sandigen, kalkarmen, feuchten Böden und steht an Wald-, Straßen- und Wegrändern.

Wissenswertes: Die Pflanze lebt symbiotisch mit stickstoffbindenden Wurzelknöllchenbakterien und kann daher als Rohbodenpionier, zur Gründüngung und zur Verbesserung magerer Waldböden verwendet werden. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurden bitterstoffarme Sorten gezüchtet, die sich als eiweißreiches Grünfutter für die Viehzucht eignen. Alkaloidarme Samen können auch von Menschen gegessen werden, sie enthalten etwa 25 % Fett und 40 % hochwertiges Eiweiß, unter anderen auch die beiden essentiellen Aminosäuren Methionin und Tryptophan.

Blauer Eisenhut

Aconitum napellus

Der Blaue Eisenhut weist eine Vielzahl anderer gebräuchlicher Namen auf, wie z.B. Mönchs-, Fischer- und Reiterkappe, Gift- und Sturmhut; Venuswagen und –kutsche oder Würgling und Ziegentod. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 50 bis 150 cm. Die Blätter sind dunkelgrün, handförmig und fünf- bis siebenfach geteilt. Der Blaue Eisenhut treibt sechs bis neun dunkelblaue Blüten, die in endständigen Trauben auftreten. Der Blaue Eisenhut ist in mehreren Sorten als Zierpflanze in Gärten weit verbreitet. Die Wildform kommt an Bachufern, auf feuchten Wiesen und Wäldern vor – bevorzugt auf kalkhaltigen Böden. Wie alle Eisenhut-Arten ist auch der Blaue Eisenhut eine geschützte Art.

Beim Umgang mit der Pflanze und deren Wurzelknollen ist große Vorsicht geboten, denn der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Mitteleuropas. Das Gift dringt allein durch Berührung in die Haut ein, was zu Hautentzündungen und schweren Vergiftungen führen kann.

Da bereits geringste Mengen (2 g der Wurzel) tödlich sind, wird die Pflanze in der Volksmedizin nicht verwendet.

Wussten Sie, dass der Pflanzensaft als Pfeilgift eingesetzt wurde? Hauptsächlich bei der Jagd auf Bären und Elefanten.

Kleines Alpenglöckchen

Soldanella pusilla

Blütezeit: Mai – Juli

Das kleine Alpenglöckchen gehört zur Familie der Alpenglöckchen (Soldanella) und erreicht eine Höhe zwischen 2 und 10 cm. Diese mehrjährige, krautige Pflanze bevorzugt feuchte, kalkarme Böden und gedeiht in Höhenlagen  zwischen 1600 und 3100 Metern Seehöhe. Diese Art ist typisch für die Schneebodengesellschaften. Schneetälchen: Wenn in den Bergen der Schnee an manchen Stellen länger liegen bleibt, sind in den Bereichen, an denen der Schnee dabei ist, abzuschmelzen, bestimmte Arten als erste wieder am Austreiben; die erste Art ist meistens das Alpenglöckchen. Die Blüte schmilzt sich an den lange mit Schnee bedeckten Standorten oft schon durch die dünne Schneedecke hindurch. Das Durchschmelzen beruht dabei weniger auf der durch Atmung erzeugten Eigenwärme der Pflanze, als auf der Absorption der Sonnenwärme durch die dunklen Knospen und Blütenstiele. Das kleine Alpenglöckchen wird landläufig auch Troddelblume und in Salzburg auch Moosgleglei genannt.

Wissenswertes: Die botanische Bezeichnung Soldanella war schon im 16. Jahrhundert gebräuchlich. Sie soll darauf zurückzuführen sein, dass die rundlich-nierenförmigen Rosettenblätter an die als Soldi bekannten italienischen Münzen erinnerte.

Echtes Alpenglöckchen

Soldanella Alpi

Aus dem kriechenden Wurzelstock entspringen bis 7 cm breite, runde bis nierenförmige, schwach gekerbte Blätter. Die Blütenstiele werden 10 bis 20 cm hoch. Das Echte Alpenglöckchen gehört zur Familie der Primelgewächse.

Im Gegensatz zur Wald-Soldanelle wächst die Alpen-Soldanelle auf kalkreichen Böden. Sie blüht, je nach Standort, von April bis Juni.

Aus ursprünglichen Waldprimeln entwickelten sich im Laufe der Erdgeschichte unsere hochalpinen Soldanellen.

Wussten Sie, dass diese Blume eine der Ersten ist, die ihre Blüten im Frühjahr hervorstreckt?

Frauenmantel

Alchemilla

Der Frauenmantel ist eine Pflanzengattung der Familie der Rosengewächse. Stark behaarte Formen werden auch als Silbermantel bezeichnet. Die Blüten sind klein und von grüner oder gelblicher Farbe. Obergrenze beim Blütendurchmesser sind 5 bis 6 mm. Der Name bezieht sich auf die Ähnlichkeit der gefältelten Blätter mit mittelalterlichen Mariendarstellungen. Ihre Verwendung als Arzneipflanze schlug sich auch in Namen wie Ohmkraut, Wundwurz, Mutterkraut und Allerfrauenheil nieder. Die Laubblätter sind gelappt bis gefingert und am Rand gezähnt. In der Knospe sind die Blätter mehrfach gefaltet, sodass ein Fächer entsteht. Die Blätter besitzen am Ende der Blattzipfel Wasserspalten. Aus diesen wird in der Nacht flüssiges Wasser abgeschieden.

Der höchste Artenreichtum ist in Gebieten zu erkennen, die während der letzten Eiszeit unvergletschert geblieben sind. Zu finden ist er in Magerwiesen, Zwergstrauchheiden und Fettwiesen auf bis zu 2700 m.

Insekten werden vom käse- oder pferdeapfelähnlichen Geruch der Blüten angelockt. Die Besucher sind ähnlich denen von Doldenblütlern, jedoch wesentlich weniger zahlreich. In Tieflagen wurden Wanzen, Florfliegen und Käfer als Blütenbesucher beobachtet. Bei der Verbreitung dienen Schuhe aber auch Tierhufe, da die nassen Früchte an ihnen haften bleiben. Für felsbewohnende Arten dienen auch Kolkraben als Verbreiter.

In der Volksmedizin werden die Arten zur Behandlung von Wunden, Blutungen, Frauenkrankheiten, Geschwüren, Bauchschmerzen, Nierensteine, Kopfschmerzen und anderen Beschwerden verwendet.

Wussten Sie, dass die ganzblättrigen Arten ein gutes Mähfutter bilden? Sie werden auch frisch gerne vom Vieh gefressen, weniger gern vom Geflügel. In alpinen Lagen hingegen gelten sie als Weideunkraut, da sie häufig Massenbestände bilden und nur von Schafen und Ziegen gefressen werden, nicht jedoch vom anderen Vieh.

Frühlings-Enzian

Gentiana verna

Der Frühlings-Enzian, auch Schusternagerl, Rauchfangkehrer, Himmelsbläueli, Hergottsliechtli, Tintabluoma oder Himmelsstengel genannt, ist eine der kleinsten Enzianarten. Normalerweise erreicht die Pflanze eine Wuchshöhe von wenigen Zentimetern und nur unter besonders günstigen Umständen wächst sie bis auf 15 cm heran. Die Krone weist einen Durchmesser von etwa 20 bis 30 mm auf. Die fünf tiefazurblauben, tellerförmigen Kronblätter sind eirund. Die Grundblätter bilden eine Rosette. Die Blütezeit liegt zwischen März und August.

Auf sonnigen Alpenwiesen ist der Frühlings-Enzian eine recht weit verbreitete Pflanzenart. Er wächst auf trockenen, mageren Wiesen mit kalkhaltigem Untergrund und blüht je nach Standort von März bis Juni. Diese Art kommt aber auch auf Silikat und Feuchtwiesen vor und blüht oft im Herbst ein zweites Mal.

Der Frühlings-Enzian gilt als Zeigerpflanze für stickstoffarme Böden.

Wussten Sie, dass die Blume im Volksmund auch den Namen Wetter- oder Blitznagele trägt? Vielerorts war man überzeugt, dass „wer diese Blume ins Haus trägt, damit verursache, dass der Blitz dort einschlüge“.

Frühlings-Küchenschelle

Pulsatilla vernalis

Die zur Familie der Hahnenfußgewächse gehörende Pflanze ist auch als Frühlings-Kuhschelle bekannt. Die Wuchshöhe beträgt 5 bis 15 cm. Ihre hellgrünen, grundständigen Laubblätter sind einfach gefiedert mit zwei bis drei Fiederpaaren. Die außen violetten, innen weißen Blüten haben ein glockenartiges Aussehen und eine Breite bis zu 6 cm. Die Blütenhüllblätter sind außen dicht mit feinen Haaren besetzt. Dieser zottige Haarpelz der die Pflanze vor den Extremen des Bergfrühlings schützt, hat dieser Art auch den Namen Pelzanemone eingetragen. Blütezeit bis April bis Juni.

Sie ist in den Alpen bis in hohe Lagen beheimatet. Dabei sind ihre bevorzugten Standorte Kiefernwälder und Silikat-Magerrasen. Sie liebt saure und stickstoffarme Böden mit mittlerer bis guter Basenversorgung und ist sehr lichtbedürftig. In Österreich ist die Frühlings-Küchenschelle im Gebiet der Zentralalpen häufig, ansonsten sehr selten und in manchen Gebieten ist diese Art schon ausgestorben.

Küchenschellen fanden bereits in der Antike Verwendung als Heilmittel. Hippokrates setzte sie gegen hysterische Angstzustände und zur Menstruationsförderung ein. In der Volksmedizin hat sie nie viel Verwendung gefunden, was sicherlich auch auf ihre Eigenschaften als starkes Hautreizmittel zurückzuführen ist. In der Schulmedizin wird sie bei Nierenentzündungen, Erkältungen, Magen- und Darmbeschwerden, Gicht, Rheuma, Kopfschmerzen, Migräne, Menstruationsbeschwerden und Ekzemen eingesetzt.

Wussten Sie, dass die Frühlings-Küchenschelle wie alle Hahnenfußgewächse sehr giftig ist? Daher wird sie in der Medizin nur sehr niedrig dosiert.

Geflecktes Johanniskraut

Hypericum maculatum

Blütezeit: Juni – September

Das Gefleckte Johanniskraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 25 bis 60 erreicht. Der Stängel ist hohl und vierkantig. Die Äste stehen spitzwinklig vom Stängel ab. Im Gegensatz zu vielen anderen Johanniskraut-Arten sind seine breiten, ovalen Laubblätter nur mit wenigen durchscheinenden Drüsen besetzt. Das Johanniskraut trägt goldgelbe Blüten mit schwarzen Punkten oder Strichen, die in einer rispigen Scheindolde stehen. Die Blüten verfärben sich rot, wenn man sie zwischen den Fingern verreibt.

Als Standort werden eher feuchte Böden, z. B. Fettwiesen, Hochstaudenfluren und Waldlichtungen, bevorzugt.

Wissenswertes: Die alte Heilpflanze liefert auch heute noch als wichtigsten Inhaltsstoff das Hypericin. Es ist in modernen Arzneien enthalten, die bei depressiven und nervösen Erkrankungen hilfreich sein sollen. Johannisöl als Auszug aus den frischen Blüten wird als Wundmittel angewendet.

Geflecktes Knabenkraut

Dactylorhiza maculata

Das Gefleckte Knabenkraut gehört zur Familie der Orchideen, der mit Hilfe seiner Knollenwurzel den Winter überdauert. Zum Überleben benötigt die Pflanze zudem spezielle Wurzelpilze, mit deren Hilfe sie sich vor allem im Jungstadium ernährt. Bestäubt wird sie durch zahlreiche Insektenarten, vor allem aber  durch Zwei- oder Hautflügler und Käfer. Erkennbar ist die Blume an seinen lanzettlich bis linealischen Blättern, die etwa 0,7 bis 1,5 cm breit und vorne spitz sind. Auf der Blattoberseite besitzen sie charakteristische, meist runde Flecken, die nur äußerst selten fehlen können. Die Pflanze wird bis zu 60 cm hoch und blüht zwischen Mai und August. Die Blüten sind pink bis violett gefärbt. Sie erleben in ihrer Entwicklung eine spezielle Drehung um 180 Grad, die durch die Schwerkraft induziert wird.

Das Gefleckte Knabenkraut kommt auf feuchten Magerrasen und in lichten Wäldern vor. Die Art ist kalkmeidend und bevorzugt leicht saure Standorte. Die Pflanzenart ist besonders geschützt.

Schon in der Antike wurde das Knabenkraut wegen seines Schleimgehalts als Heilpflanze sehr geschätzt. Man kann es gegen alle Arten von gereizten Schleimhäuten verwenden, seien es die Bronchien bei Husten, der Mund oder die Magenschleimhaut. Weiters wird die Pflanze bei Reizmagen, Durchfall, Zahnfleischentzündungen, schlecht heilenden Wunden und Geschwüre verwendet.

Wussten Sie, dass das Gefleckte Knabenkraut außerhalb Europas nicht vorkommt?

Goldpippau

Crepis aurea

Blütezeit: Juni – September

Diese Pflanze, die auch Orange-Pippau genannt wird, erreicht eine Wuchshöhe zwischen 5 und 30 cm. Die blattlosen Stängel tragen ein einzelnes, rotoranges Blütenköpfen. Die Blätter sitzen grundständig am Stängel und sind gezähnt wie ein Löwenzahnblatt.

Der Gold-Pippau gedeiht auf frischen, nährstoffreichen, meist kalkarmen Wiesen und Weiderasen, Lägerfluren, Schneeböden (Schneetälchen) zwischen 1000 und 2900 m

Wissenswertes: Da der Goldpippau auf den Almen in großer Zahl vorkommt ist er für das Weidevieh eine ausgezeichnete Futterpflanze.

Kronenlattich

Willemetia stipitata

Blütezeit: Juni – August

Der Kronenlattich erreicht eine Höhe von 15 – 40 cm. Auffallend ist der kahle Stängel mit seinen feinen schwarzen Härchen. Entlang des Stängels findet man ein bis zwei Blätter. Die Anzahl der Blütenköpfe variiert zwischen einem und fünf gelben Blütenköpfen. Hauptvorkommen dieser Pflanze ist in Flach- und Quellmooren und an Bachufern.

Halbkugelige Teufelskralle

Phyteuma hemisphaericum

Blütezeit: Juli – August

Die Halbkugelige Teufelskralle – auch Grasblatt-Teufelskralle genannt – gehört zu der Familie der Glockenblumengewächse. Die Pflanze wird zwischen 5 und 15 cm hoch und als Standort bevorzugt die kalkmeidende Pflanze Silikatfelsfluren, bodensaure Magerrasen (Krummseggenrasen) und Zwergstrauchheiden. In Österreich ist sie in der subalpinen bis alpinen Höhenstufe häufig in den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg verbreitet.

Die Halbkugelige Teufelskralle wird häufig mit anderen Arten verwechselt, jedoch erinnern ihre Blätter an Grashalme – daher auch der Name Grasblatt-Teufelskralle.

Prachtnelke

Dianthus superbus

Blütezeit: Juni – Oktober

Die Pracht-Nelke ist eine mehrjährige, krautige Staudenpflanze mit angenehmen Duft, prächtigen Blüten und einer Wuchshöhe von etwa 30 – 60 cm. Die unbehaarten, lineal-lanzettlichen, intensiv grünen, gegenständigen, etwa 5 – 8 cm langen und 5 – 10 mm breiten Blätter sitzen einzeln am glatten, einfachen Stängel, welcher nach oben hin kaum verzweigt ist. Die Pracht-Nelke ist zwei– bis vielblütig, wobei die Blüten endständig in lockeren Rispen sitzen. Dies macht die Blüten sehr dekorativ und scheint auch Insekten besonders anzulocken.

Die Pracht-Nelke bevorzugt (im Gegensatz zu den meisten anderen Nelkenarten) schwach saure, kalkfreie, leicht feuchte, humose Böden in sonniger Lage. In Höhenlagen findet man sie z.T. in über 2.000 Meter Höhe. Man findet sie in Eichenwäldern, an Waldrändern, auf feuchten Wiesen, Flachmooren und kalkarmen Berghängen.

Wissenswertes: Die Prachtnelke spiegelt auch in ihrem wissenschaftlichen Namen besondere Verehrung. „Göttliche Blume“ wird sie dort genannt, zusammengesetzt aus dem griechischen dios = göttlich und anthos = Blüte. Und „stolz“ oder „erhaben“ (lat. superbus) ist sie obendrein auch noch.

Punktierter Enzian

Gentiana punctata

Der Punktierte Enzian auch Tüpfel Enzian genannt, gehört zur Familie der Enzian. Die Blüten sind glockig und schmutziggelb (variiert von hellgelb bis rötlich), mehr oder weniger stark dunkel punktiert (die Dichte der Punkte variiert sehr stark je nach Population). Die Blüten stehen aufrecht am Ende der Sprossachse in den Blattachseln. Die Laubblätter stehen kreuzgegenständig und sind länglich eiförmig. Die Blütezeit ist Juli bis September.

Der Punktierte Enzian wächst auf saurem meist kalkarmen Boden in Höhenlagen von 1.500 bis 3.000 m.

Als Bestäuber kommen für den Punktierten Enzian fünf Hummelarten, drei Schmetterlinge, zwei Fliegenarten und zwei Käfer in Betracht. Bei schlechtem Wetter neigen die Kronzipfel zusammen, so dass die Blüte fast ganz abgeschlossen ist. Die Staubblätter hingegen bleiben  selbst bei stärkstem Regen trotz der aufrechten Stellung der Blüten im Inneren völlig trocken.

Verwendeter Pflanzenteil ist die Wurzel. Man kann den Enzian als Tee trinken oder als Tinktur einnehmen. Er wirkt antibakteriell, tonisierend und hilft bei Fieber, Schnupfen, Appetitlosigkeit, Blutarmut, Ohnmacht, Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden, Sodbrennen, Verstopfung, Rheuma, Herzbeschwerden, Kalte Hände und Füße, Schwindel und Krampfadern

Wussten Sie, dass der Punktierte Enzian, ebenso wie die anderen hochwüchsigen Enzian-Arten, dicke, bis zu 1 m lange Wurzeln besitzt, aus denen der begehrte Enzianschnaps destilliert wurde? Durch diese Nachstellungen sind alle hochwüchsigen Enzian-Arten, obwohl längst völlig geschützt, stellenweise sehr dezimiert bis ausgerottet worden. Die bitteren Glykoside in allen Pflanzenteilen schützen die Enziane vor Tierfraß, weshalb sie almwirtschaftlich gesehen ein Weideunkraut darstellen.

Pyramiden-Günsel

Ajuga pyramidalis

Blütezeit: Juni – August

Der Pyramiden-Günsel ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler. Die pyramidenförmig wachsende mehrjährige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa fünf bis zwanzig cm. Sie bildet im Gegensatz zum Kriechenden Günsel keine Ausläufer. Der steif aufrechte Stängel ist vierkantig und kurz behaart. Meistens tragen alle Stängelblätter Blüten – sind also Hochblätter. Der Blütenstand ist nach oben hin streng vierkantig, pyramidenförmig. Die Hochblätter sind intensiv rotviolett überlaufen und sind doppelt so lang wie die Blüten.

Die Hochblätter im Blütenstand bilden wirksame Schutzdächer für die Blüten gegen Regen, ihre rotviolette Farbe erhöht die Signalwirkung der Blüten. Die zottige Behaarung des Kelches schützt die Blüte gegen kleine, kriechende Insekten. Der Nektar ist zusätzlich durch einen steifen, nach oben gerichteten Haar-Ring gesichert. Die Früchte mit fleischigen, ölhaltigen Anhängseln werden von Ameisen verschleppt, deshalb ungleichmäßiges Auftreten in verschiedenen Gesellschaften.

Der Pyramiden-Günsel bevorzugt sonnige Standorte mit einem sandigen, lehmigen Boden mit niedrigem pH-Wert.

Wissenswertes: Es handelt sich beim Pyramiden-Günsel um eine alte Heilpflanze, die als Wundmittel und bei Stoffwechselstörungen verwendet wird.

Scheuchzers Glockenblume

Campanula scheuchzeri

Die Scheuchzers Glockenblume gehört zur Gattung der Glockenblumen. Sie erreicht Wuchshöhen von 5 bis 40 Zentimeter. Die lang gestielten Grundblätter sind rundlich-nierenförmig bis herzförmig und zur Blütezeit bereits vertrocknet. Die Stängelblätter sind lineal-lanzettlich, nach oben schmäler werdend und am Grund bewimpert. Die Blüten stehen einzeln oder in einer wenigblütigen lockeren meist etwas einseitswendigen Traube. Die blauviolette Krone ist glockig und wird zwischen 18 bis 26 Millimeter lang. Sie ist meist intensiver gefärbt als bei den anderen Arten. Blütezeit ist von Juli bis August.

Als Standort werden Wiesen, Weiden und auch Felsschutt auf meist sauren Böden bevorzugt.

Scheuchzers Glockenblume ist eng mit der Rundblättrigen Glockenblume verwandt. Durch zeitliche Verschiebung von Pollen- und Narbenreife ist Fremdbestäubung gesichert.

Wussten Sie, dass die Art nach dem Schweizer Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer benannt ist?

Schmalblättriges Weidenröschen

Epilobium angustifolium

Das Schmalblättrige Weidenröschen ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtkerzengewächse. Es wird auch als Stauden-Feuerkraut, Wald-Weidenröschen oder Waldschlag-Weidenröschen bezeichnet. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 50 bis 150 Zentimeter. Die Blätter sind schmal, unterseits blaugrün und werden etwa 5 bis 20 Zentimeter lang und 1 bis 2,5 Zentimeter breit. Die rosa bis purpurnen Blüten werden 2 bis 3 Zentimeter breit und sind zahlreich in einer langen, endständigen Traube angeordnet. Blütezeit ist von Juni bis August. Die Vorkommen reichen bis weit in den Norden, in Europa bis weit nach Skandinavien. In den Alpen ist das Schmalblättrige Weidenröschen von der Tallage bis 2.000 m Höhe anzutreffen. Als Standort bevorzugen sie Ufer, Böschungen, Fels- und Blockschutt. Die kalkmeidende Lichtpflanze gedeiht auf frischen, nährstoffreichen Lehmböden.

Insbesondere nach Waldschlägen oder Waldbränden kann sie sich auf der entstandenen Lichtung sehr schnell ausbreiten. Von dieser Eigenschaft leitet sich der englische Name „Fireweed“ ab, welcher in Alaska und Kanada gebräuchlich ist. So findet sich die Pflanze auch im Wappen des kanadischen Yukon-Territoriums.

Die jungen Stecksprossen, Wurzelausläufer und Triebe können ähnlich dem Spargel als Salat oder Gemüse zubereitet werden. Junge, zarte Blätter sind zwar säuerlich im Geschmack (reich an Vitamin C), man kann sie aber mit milden Kräutern mischen oder als Teemischung genießen. Bienen, die die Pollen der Pflanze sammeln, sollen besonders aromatischen Honig geben.

Wussten Sie dass der volkstämliche Name des Schmalblättrigen Weidenröschens „Trümmerpflanze“ ist? Aufgrund ihrer Eigenschaft als Pionierpflanze vermehrte sich die Art stark auf den durch Luftangriffe und Bodenkämpfe des Zweiten Weltkriegs entstandenen städtischen Schutt- und Trümmerflächen.

Schweizer Löwenzahn

Leontodon helveticus

Blütezeit: Juli – September

Der Schweizer Löwenzahn ist nur einer der ca. 50 Löwenzahnarten, die es in Österreich gibt. Erkennbar ist er aber an den zwei bis vier Schuppenblätter am Stängel der nach oben hin verdickt ist. Er erreicht eine Größe von 10 – 30 cm, ist unverzweigt und einköpfig. Die Köpfchen erscheinen vor dem Blühen meist nickend. Die Krone ist goldgelb. Auffallend ist auch der viel längere Stängel im Vergleich zu den Grundblättern.

Stengelloser Enzian

Gentiana clusii

Der Clusius-Enzian, auch Echter Alpenenzian oder Kalk-Glocken-Enzian genannt, ist eine sehr niedrig wachsende Enzianart mit einer einzelnen Glockenblüte auf einem extrem kurzen Stängel. Clusius-Enzian wir die Pflanze nach dem Arzt und Naturforscher Charles de l’Ècluse (lateinisiert Clusius, 1526 – 1609) genannt, der diese Pflanze das erste Mal beschrieb. Der Clusius-Enzian und der Kochsche Enzian wurden früher als Gesamtart zusammengefasst. Heute jedoch werden sie als zwei getrennte Arten geführt da sie sich eindeutig an den breiteren Rosettenblätter und stumpfen Buchten zwischen den Kelchblättern (Kochsche Enzian) unterscheiden. Außerdem ist die azurblaue Blütenglocke des Kochschen Enzian am Schlund mit fünf grünen Flecken versehen, Durch das Fehlen dieser Flecken wirkt der Clusius-Enzian intensiver blau.

Der Clusius-Enzian wächst auf hoch gelegenen, mageren und kalkhaltigem Trockenrasen oder auf Kiesgrund in den Alpen.

Der Stengellose Enzian war früher in verschiedenen Rasen und Matten geradezu massenhaft anzutreffen. Heute ist er leider durch maßloses Pflücken und Ausgraben in letzter Zeit aber vor allem durch das Aufbringen von Kunstdünger spärlich geworden, stellenweise sogar ausgerottet.

Wie bei allen Enzianarten wird die Wurzel zur Herstellung von Spirituosen und Medizin verwendet, die bei äußeren Verletzungen hilfreich sein soll.

Wussten Sie, dass der Enzian wegen der seltenen intensiv blauen Farbe als Symbol der Treue gilt, und er schon im Mittelalter als Aphrodisiakum bekannt war? Zu diesem Zweck musste man ihn am Johannestag bei Sonnenaufgang mit einer goldenen Schaufel ausgraben. Außerdem sollte die gespaltene Enzianwurzel gegen Verwundungen, Hexerei, Viehseuchen und Hundebiss schützen. Negativ wirkte sich im Sympathiezauber die blaue Farbe aus: Enzian zieht Blitze an, daher durfte man ihn nicht pflücken.

Weißer Germer

Veratrum album

Der Weiße Germer ist eine Pflanzenart aus der Familie der Germergewächse. Er wird auch als Nieswurz, Hemmertwurzn, Lauskraut, oder Lauswurz bezeichnet.

Die Wuchshöhe beträgt zwischen 50 – 150 Zentimeter. Die Wurzel ist innen weiß. Alle Blätter sind tiefgefurcht und den Stängel umfassend. Entlang der etwa 50 Zentimeter langen Rispe sitzen sehr viele 12 bis 15 Millimeter große weiße, grünliche oder gelbliche Trichterblüten. Besonders bei Sonnenschein duftet die Pflanze sehr aufdringlich. Der Weiße Germer blüht erst nach einigen Jahren vegetativen Wachstums. Blütezeit ist von Juni bis August.

Als Standort werden feuchte Wiesen, Weiden, Lager, Hochstaudenflure und Flachmoore von der Tallage bis in eine Höhe von etwa 2.700 m bevorzugt. In Österreich ist diese Pflanze sehr häufig verbreitet.

Die Pflanze ist auch für Insekten giftig und wurde früher zur Lausbekämpfung bei Mensch und Tier benutzt. Das erfahrene Großvieh rührt es nicht an, doch gehen ihm immer wieder Kälber, Schafe und Ziegen zugrunde.

In der Antike wurde die Pflanze als Mord- sowie als Pfeilgift genutzt. Medizinisch fand der Weiße Germer als Mittel gegen Bluthochdruck Verwendung. Wegen der sehr hohen Giftigkeit wird die Pflanze heute nur noch in der homöopathischen Medizin als Heilpflanze genutzt.

Wussten Sie, dass die Pflanze in nicht blühendem Zustand mit dem Gelben Enzian verwechselt werden kann, dessen Blätter aber kreuzweise gegenständig angeordnet sind?

Weißliches Habichtskraut

Hieracium intybaceum

Blütezeit: Juli – August

Das Weiße Habichtskraut ist eine 5 – 30 cm große, klebrige Pflanze. Der Stängel ist meist dreiköpfig. Die Blüten sind gelblich weiß. Andere Namen sind auch Zichorien oder Endivien Habichtskraut.

Als Standort werden alpine Felsflure bevorzugt. Weltweit sind zwischen 800 bis 1000 Arten bestimmt. Häufig werden die Habichtskräuter mit dem Pippau verwechselt.

Wissenswertes Das griechische Wort hierax bezeichnet einen Habicht oder Falken und bezieht sich vermutlich auf die Ende der Zungenblüten, die Habichtschwingen ähneln. Auch sollen die Kräuter auf hohen Felsen wachsen, die nur für Habichte erreichbar sind. Der Sage nach sollen Habichte mit dem Milchsaft ihre Augen schärfen.

Wiesenklee

Trifolium pratense

Blütezeit: Mai – Oktober

Der Wiesen-Klee ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht. Der aufrechte oder aufsteigende Stängel ist kahl bis dicht angedrückt behaart. Er gehört zu den Tiefwurzlern und wurzelt bis 2 m tief.

Man findet den Wiesen-Klee in Fettwiesen, auf Feldern und in lichten Wäldern, auch als Kulturpflanze wird er angebaut. Er bevorzugt frische, nährstoffreiche, tiefgründige Ton- und Lehmböden und ist kalk- und sulfatliebend; er wächst kollin bis alpin, in den Zentral-Alpen steigt er bis 2600 m hoch.

Wissenswertes: Schon die Keimblätter führen Tag- und Nachtbewegungen aus, indem sie sich nachts zusammenlegen. Die Fiedern der Laubblätter schwingen im Dunkeln in einem ca. dreistündigen Rhythmus. Die Blüten sind nektarführende Schmetterlingsblumen mit Klappmechanismus. Sie werden meist durch langrüsselige Hummeln bestäubt; der Nektar befindet sich am Grund einer 9-10 mm langen Röhre; die Honigbiene (Rüssellänge 6-6,5 mm) kann nur Pollen sammeln.

Eberesche

Sorbus aucuparia

Blütezeit: Mai/Juni, Fruchtreife: August bis Oktober

Als Baum oder Strauch erscheint die Eberesche. Das «Eber» steht hier für unecht oder falsch. Aus 11 bis 15 Fiederchen setzt sich ein Laubblatt zusammen. Die leuchtend roten kugeligen Früchte fallen im Herbst besonders auf. Sie können bis weit in den Winter hinein am Baum bleiben und sind für viele Vogelarten, besonders aber für Drosseln und Seidenschwänze, eine begehrte Nahrung.

Als einziger Laubbaum dringt die Eberesche bis zur Waldgrenze vor. Das tief­wur­zeln­de Pioniergehölz findet sich in Laub- und Nadelwäldern, auf Waldschlägen und wird gerne als Zier- bzw. Obstbaum gepflanzt. Die Vitamin C reichen Beerenfrüchte werden mancherorts zur Schnapserzeugung verwendet. Das mittelharte und schön gemaserte Holz wird zu Drechsel- und Schnitzarbeiten, sowie als Tischlerholz verwendet.

Wussten Sie, dass die Eberesche ihren Zweitnamen «Vogelbeere» zu Recht trägt? Mehr als 60 Vogelarten schätzen die roten Früchte dieses Baumes sehr!

Europäische Lärche

Larix decidua

Blütezeit: März bis Mai, Samenreife: September bis November

Die Lärche gehört zur Familie der Kiefern und ist ein sommergrüner Nadelbaum, der bis 40 m, selten bis 50 m hoch wird. Die weichen Nadeln stehen in Büscheln bis zu 40 bis 50 Stück rosettenartig zusammen. Sie färben sich im Herbst goldgelb und fallen schließlich ab. Die meisten Lärchen finden sich in der hochmontanen und subalpinen Nadelwaldzone und bilden hier auch die Waldgrenze. Das rötliche Holz mit deutlicher Trennung in Kern- und Splintholz ist hart und sehr geschätzt. Aus dem Harz der Lärche wird die «Zugsalbe», ein altes Hausmittel, hergestellt.

Wussten Sie, dass die europäische Lärche in Mitteleuropa in den Alpen, den Karpaten und den Sudeten vorkommt?

Fichte

Picea abies

Blütezeit: Mai/Juni, Samenreife: September bis November

Die 30 bis 50 m hohe Fichte mit ihrer gleichmäßig kegelförmigen Krone ist der wichtigste Nutzholzbaum der Alpen. Sie ist in einer Höhe von 700 bis 1700 m beheimatet. Kennzeichnend sind die spitzkegelige Kronenform und eine rot-braune Borke. Die Nadeln sind, im Gegnsatz zur Tanne, leicht stechend.

Sie wächst oft in Gesellschaft von Tanne, Rotbuche und Kiefer. In den Alpen ist sie in Höhen oberhalb von etwa 900 m auch in reinen Beständen zu finden. Da sie vielerorts der wichtigste Nutzholzbaum ist, wird sie immer wieder aufgeforstet. Als flachwurzelnde Baumart und besonders in Monokulturen ist die Fichte, leichter als andere Baumarten, Opfer starker Stürme.

Wussten Sie, dass Fichten 200 bis 600 Jahre alt werden können?

Latsche, Bergkiefer

Pinus mugo

Blütezeit: Juni/Juli, Samenreife: Oktober/November

Als niederliegender Strauch mit bogig aufsteigenden Ästen oder als bis zu 25 m hoher Baum, wächst die Bergkiefer. Als Strauch bildet sie oft ein undurchdringliches Gewirr, die Latschenfelder. Latschen kommen, falls die Konkurrenz der Bäume ausgeschaltet ist, in trockenen Kalkschutthalden, in Silikatgeröll und sauren Magerrasen, aber auch in feuchten Hochmooren vor. Das Latschenkieferöl enthält ein ätherisches Öl, das zur Inhalation und als Badezusatz genutzt werden kann.

Wussten Sie, dass die Latsche oder Bergkiefer sehr vielgestaltig ist? Es werden mehrere Sippen, Standortformen und Unterarten unterschieden: Haken-Kiefer, Moor-Kiefer, Leg-Föhre.

Zirbe

Pinus cembra L.

Blütezeit: Mai bis Juli, Samenreife: September/Oktober

Die Zirbe, oft auch Arve genannt, ist ein langsam wachsender Baum. Ihr Name leitet sich vom mittelhochdeutschen Zirbel (sich drehen) ab. Vermutlich ist damit die «gedrehte» Art der Zapfenschuppen gemeint. Zirben sind extrem widerstandsfähig und können bis zu 1000 Jahre alt werden! In den Nockbergen sind Zirben mit Stammdurchmesser von 2 m vorhanden. Ihr Holz wirkt auf den Menschen äußerst positiv. Das Joanneum Research hat nachgewiesen, dass sich das menschliche Herz im Zirbenzimmer eine Stunde Arbeit pro Nacht erspart. Zudem fördern Zirbenzimmer den erholsamen Schlaf und sorgen neben einem besseren Allgemeinbefinden auch für Geselligkeit.

Wussten Sie, dass die Früchte, die Zirbennüsse, vom Tannenhäher aus den Zapfen gehackt und  gesammelt werden? Ein einziger Vogel kann mehrere zehntausend Nüsse in zahlreichen Verstecken als Wintervorrat anlegen.

Blaue Heckenkirsche

Lonicera caerulea

Blütezeit: April bis Juli, Fruchtreife: Juli bis September

Der 1 bis 2 m hohe, blaugrüne, paarige Blätter tragende und reich verzweigte Strauch ist typisch für den Lärchen-Zirbenwald und ist in Höhen bis über 2.000 m anzutreffen. Er bevorzugt feuchte, nährstoff- und kalkarme Böden. Die weißen Blüten sitzen zu zweit auf einem kurzen Stiel, die beiden Fruchtknoten sind verwachsen und bilden später eine blauschwarze Doppelbeere. Sie ist für Menschen nicht wohlschmeckend, wird aber von Vögeln sehr gerne gefressen.

Wussten Sie, dass die blaue und auch andere Heckenkirschenarten zur Familie der Geißblattgewächse gehören?

Gämsheide

Loiseleuria procumbens

Blütezeit: Juni/Juli, Fruchtreife: September/Oktober

Die Gämsheide ist gegen Wind und Frost sehr widerstandsfähig. Ihr Blütenaufbau ist einfach, die kleinen wintergrünen ledrigen Blätter sind am Rande eingerollt, um nicht zu viel Wasser zu verdunsten und anfallendes Schmelzwasser aufzunehmen. In den Nockbergen lebt die Gämsheide auf windausgesetzten Rücken, Kuppen und Satteln zwischen 2.000 und 2.350 m Seehöhe. Die Pflanzen bilden ganze Teppiche auf Hängen mit geringer Neigung und Hügeln aus Torfmoos. Gämsheideflächen sind oft auch im Winter schneefrei. Im Gämsheideteppich finden sich gerne Alpen-Rauschbeeren und Preiselbeeren.

Wussten Sie, dass die Gämsheide in den Alpen ein Eiszeitrelikt und eine wichtige Rohhumus bildende Pionierpflanze auf Schuttflächen ist?

Preiselbeere

Vaccinium vitis-idaea

Blütezeit: Mai bis September, Fruchtreife: August bis Oktober

Die Preiselbeere ist ein immergrüner Zwergstrauch und wird zwischen 10 und 40 cm groß. Sie ist in den Alpen bis 3.000 m Seehöhe zu finden. Die Hauptachse des Strauches wächst waagrecht, die einzelnen Sprosse wachsen senkrecht nach oben. Die Preiselbeere meidet Kalkböden und benötigt die Gemeinschaft mit Wurzelpilzen (Mykorrhiza). Die Bestäubung der Blüten übernehmen Bienen und Hummeln, die Verbreitung der Samen erfolgt durch Vögel, die die roten Beeren fressen. wegen ihres säuerlich, pikanten Aromas (Benzoesäure) ist die Preiselbeere eine äußerst beliebte Frucht.

Wussten Sie, dass die Preiselbeeren (in Kärnten «Granten») eine ganze Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen beinhalten und in der Naturheilkunde von großer Bedeutung sind?

Rauschbeere

Vaccinium uliginosum

Blütezeit: Mai bis Juli, Fruchtreife: Juli bis September

Dieser, der Heidelbeere ähnliche, sommergrüne Zwergstrauch hat oberseits mattgrüne, unterseits hell blaugrüne Blätter. Die Beeren haben im Gegensatz zur Heidelbeere ein helles Fruchtfleisch und hellen Saft. Sie schmecken fade und sollen, in größeren Mengen genossen, Kopfschmerzen verursachen (daher der Name Rauschbeere). Nebelbeeren finden sich häufig in moosreichen Nadelwäldern und Zwergstrauchheiden bis ins Hochgebirge. Sie gedeihen auf nährstoffarmen, sauren Rohhumusböden.

Wussten Sie, dass die Rauschbeere in der Pflanzenheilkunde bei Durchfällen und Blasenleiden angewendet wurde?

Rostrote Alpenrose

Rhododendron ferrugineum

Blütezeit: Juni/Juli, Fruchtreife: September/Oktober

Im Frühsommer durch weite Bestände blühender Alpenrosen zu wandern, ist wohl für alle BesucherInnen ein unvergessliches Erlebnis. 30 cm bis über 1 m hoch werden die Sträucher, sie bilden oft dichte Bestände und sind in den Alpen zwischen 500 m und 2.800 m Seehöhe anzutreffen. Die Rostrote Alpenrose, deren Blätter auf der Unterseite rostbraun gefärbt sind, bevorzugt Urgestein, auf Kalkboden wächst die bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum), erkennbar an feinen Härchen am Rande der Blätter. Aus diesem Grunde sind sie so gut wie nie miteinander vergesellschaftet zu finden. Besonders gut zu sehen sind die Alpenrosen bei Wanderungen zur Zunderwand.

Wussten Sie, dass die extrem leichten Samen der Rostroten Alpenrose nur 0,025 mg wiegen und vom Wind verbreitet werden?

Zwergwacholder

Juniperus communis subsp. alpina

Blütezeit: Mai/Juni, Fruchtreife: August bis Oktober

Der Gemeine Wacholder kann bis 6 m oder mehr an Höhe erreichen, die Unterart des Zwergwacholders ist ein niederliegender Strauch mit höchstens 50 cm Höhe. Er wächst in den Bergen auf trockenen Hängen und silikatreichen Böden. Die beerenförmigen Zapfen benötigen für ihre Entwicklung 3 Jahre, erst dann sind sie reif und ausgefärbt. Sie werden von verschiedenen Drosselarten, Alpenkrähe, sowie Birk- und Schneehuhn gefressen. Die Beeren dieses Strauches eignen sich hervorragend für die Erzeugung von Schnaps. In der Volksmedizin finden sie auch als Heilmittel Verwendung.

Wussten Sie, dass die Samen des Wacholders über den Darmtrakt von Vögeln verbreitet werden und die Pflanze sich so relativ schnell und weit ausbreiten konnte?

Alpen Lieschgras

Phleum alpinum

Blütezeit: Juni – Juli

Das Alpen-Lieschgras gleicht dem – Wiesen-Lieschgras – aufgrund der engen Verwandtschaft natürlich sehr, ist aber wesentlich kleiner und wächst in kleinen Gruppen. Das Alpen-Lieschgras unterscheidet sich aber deutlich nicht nur aufgrund der kleineren Wuchshöhe, sondern auch der Farbe wegen. Die Ährchen sind nicht rein grün wie beim Wiesen-Lieschgras, sondern dunkelgrün bis schwach violett. Die Grannen der Hüllspelze sind fast kahl oder etwas rau und fast so lang wie die Hüllspelze. Die Ährenrispe misst nur 1- 3 cm.

Das Alpen-Lieschgras gedeiht besonders gut auf beweideten Wiesen. Es bevorzugt feuchte, kalkarme, humushaltige Lehm- und Torfböden vorzugsweise in Höhen zwischen 1.400 und 2.500 m.

Bürstling oder Borstgras

Nardus stricta

Blütezeit: Mai/Juni

Der Bürstling ist ein ausdauerndes Gras, das dichte Horste bildet, welche von den dürren Blättern des Vorjahres umrandet werden. Bei starker Beweidung stellt sich der Bürstling in der subalpinen Stufe als Charakterart der Borstgrasrasen ein. Durch Viehtritt ist der Boden verdichtet und luftarm, der Bürstling dominiert. Die Pflanze ist ein schlechtes Futtergras, die eingerollten, derben Blätter weisen sie als typischen Xerophyten (an Trockenheit angepasste Pflanze) aus.

Wussten Sie, dass der Bürstlingsrasen sehr empfindlich gegen Düngung und deshalb in vielen niedrigeren Lagen selten geworden ist?

Lebendgebärendes Rispengras

Poa alpina vivipara

Blütezeit: Juni bis August

Dieses Gras wird bis zu 30 cm groß. Die Samen reifen schon an den pyramidenförmigen Rispen zu neuen, hellgrünen Pflänzchen heran, die später abfallen. Das Gras wächst auf  Fettweiden und Lägerfluren, auf nährstoffreichen, gedüngten Böden und auf schneerreichen Schuttfluren in subalpinen bis alpinen Lagen.

Wussten Sie, dass die Blüten zu Brutknospen umgebildet («lebend­gebärend») sind?

Scheiden-Wollgras

Eriophorum vaginatum

Blütezeit: März – Mai

Das Scheiden-Wollgras gehört zur Familie der Sauergrasgewächse. Weitere gebräuchliche Namen sind Moor-Wollgras, Scheidiges Wollgras oder Schneiden-Wollgras. Diese Pflanzenart ist eine Charakterpflanze der Regenmoore. Mit seinen faserig zerfallenden Blättern trägt das Wollgras wesentlich zur Torfbildung bei. In Hochmoor-Renaturierungen nach industriellem Torfabbau übernimmt es eine wichtige Funktion als Erstbesiedler der vegetationslosen Torfflächen. Die langen Blütenhüllfäden der Früchte bilden den bezeichnenden weißen Wollschopf der Wollgräser.

Die ausdauernde, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen bis zu 60 Zentimetern Das Scheiden-Wollgras wächst auf nährstoffarmen, basen- und kalkarmen, sauren Moorböden überwiegend in Regen- und stellenweise auch in Sauer-Zwischenmooren, in Kiefern- und Birkenbruchwäldern sowie in sekundären birkenreichen „Moorwäldern“ entwässerter Standorte.

Wissenswertes In der Volksmedizin wurde die „Wolle“ der Fruchthaare früher als Wundwatte verwendet. Ferner dienten die Wollschöpfe zum Füllen von Kissen. Sie wurden außerdem zu Lampendochten gedreht. Im Gartenbau wird neben anderen Wollgrasarten das Scheiden-Wollgras in sogenannten Moorbeeten eingesetzt.

Baumbartflechte

Usnea sp.

Einzelne Bäume sind mitunter stark von dieser Flechtenart behangen, daher rührt auch die Bezeichnung «Baumbart». Bartflechten reagieren sehr empfindlich auf Luftverschmutzung und sind daher als Bioindikatoren wertvoll. Ihre Bärte können bis zu 40 cm lang werden. Die Bartflechten wachsen lediglich auf den Bäumen, sie sind keine Parasiten, schädigen also den Baum nicht!

Wussten Sie, dass der wissenschaftliche Name Usnea von der Ähnlichkeit mit dem Spanischen Moos Tillandsia usneoides aus der Familie der Ananasgewächse kommt, das ebenfalls auf Bäumen wächst?

Isländisches Moos

Cetraria islandica

Das Isländisch Moos ist eine Strauchflechte. Es wird bis 12 cm hoch, die einzelnen Triebe verzweigen sich geweihartig, sie sind ursprünglich grün, werden aber mit zunehmender Sonneneinstrahlung im Gebirge braun. Es bevorzugt saure Böden. Der Flechtenkörper (Thallus) ist aus mehreren Lagen, bestehend aus Pilzfäden (Hyphen) und Algenschichten, aufgebaut. Seit Jahrhunderten wird die Flechte wegen ihrer schleimlösenden und Reiz lindernden Inhaltsstoffe und verschiedenen Vitamine erfolgreich bei Katarrhen, TBC und Asthma eingesetzt. Häufig wird Isländisch Moos auch für Kühe gesammelt.

Wussten Sie, dass Graupen, Hirschhornflechte oder Fiebermoos weitere Bezeichnung aus dem Volksmund für diese Pflanze sind, die auf die Verwendung als Heilpflanze hinweisen?

Landkartenflechte

Rhizocarpon geographicum

Diese Krustenflechte besiedelt bevorzugt Felsen und Geröll. Sie verdankt ihren Namen ihrer Ähnlichkeit mit der Form und Farbe alter Landkarten. Landkartenflechten wachsen auf silikatischen, sauren Gesteinen vom Tiefland bis in höchste Höhen. Sie kommen sowohl im Gebiet der Nockberge vor, als auch in weiteren europäischen und asiatischen Gebirgen. Sogar die polnahen Zonen der Arktis und Antarktis werden von ihnen bevölkert.

Wussten Sie, dass die Landkartenflechte äußerst langsam wächst? Nur zwischen einem viertel und einem halben Millimeter dehnt sie sich pro Jahr aus.

Wolfsflechte

Letharia vulpina

Die Flechte fällt durch ihre gelbgrüne Farbe auf. Die langen, vielfach verzweigten, fast bärtigen Ästchen werden bis zu 15 cm lang und besiedeln vor allem die Borken von Lärchen oder Zirben und sind auf alten Holzdächern von Heuhütten oder an alten Holzzäunen an­zu­treffen.

Wussten Sie, dass der Name der Pflanze von lat. vulpis = Fuchs stammt? Sie enthält ein starkes Gift (Vulpinsäure), das als Nervengift wirkt und früher zum Vergiften von Wölfen und Füchsen verwendet wurde.